Schnelle digitale Maßnahmen in der Corona-Krise

In den letzten Wochen haben sich die Auswirkungen der Corona-Krise besonders für Unternehmer weiter verschärft. Europaweit werden Messen abgesagt, Produktionsstraßen werden abgeschaltet oder reduziert, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Für Unternehmer ergibt sich die brennende Frage, wie kann ich die Firmenprozesse aufrechterhalten, damit nach der Krise vom Unternehmen noch etwas übrig ist? Kann ich jetzt etwas verändern, um auch für später besser gerüstet zu sein?

Was die Produktion von Waren angeht, da habe ich keinen Einblick und kann hier leider nicht weiterhelfen. Aber als Berater für Fragen der Digitalisierung möchte ich Ihnen gerne Anregungen geben, um durch schnelle Veränderungen Prozesse aufrechtzuerhalten. Folgende 2 wichtige Bereiche können durch Umstellung aktiv bleiben: Service und Vertrieb.

Service

Um Bestandskunden zu halten, die während oder spätestens nach der Krise wieder wie gewohnt Umsatz generieren, sollte hier besonders großen Schwerpunkt auf die Betreuung gelegt werden. Natürlich fällt der persönliche Händedruck weg, aber es gibt hier digitalen Ersatz, ganz ohne Ansteckungsgefahr. Mein Rat lautet, bleiben Sie in Kontakt durch Telefon, EMail oder Video. Dies sollte nicht nur passiv durch Erreichbarkeit geschehen, sondern vor allem aktiv von Ihnen ausgehend. Je nach Anzahl Ihrer Kunden können Sie persönlich oder Ihre Mitarbeiter wichtige Kunden anrufen, nach der Situation des Kunden fragen und Hilfe anbieten. Sie können Kunden dazu befragen, ob zur Nutzung Ihres Produktes Unterstützung benötigt wird. Bei einer größeren Anzahl kann dies per EMail geschehen. Versetzen Sie sich in Ihre Kunden hinein und stellen Sie sich die Frage: Was würde mir an seiner Stelle weiterhelfen? Vielleicht könnte eine Videoanleitung oder ein kurzes PDF mit Tipps zu Wartung und Gebrauch Probleme lösen. Eine Videobotschaft vom Geschäftsführer wird generell als außergewöhnlich positiv und authentisch aufgenommen. In dieser Krisenzeit können Sie beispielsweise erklären, wie Sie die weitere Belieferung Ihrer Kunden sicherstellen oder wie Sie Wartungstermine einhalten werden. Dies können Sie mit einfachen Hilfsmitteln umsetzen. Moderne Smartphones haben eine gute Bild- und Tonqualität, damit lässt sich das Video erstellen. Da das Video dann aber bei vielen erst wieder zum PC kopiert werden muss, ist es für die meisten Nutzer einfacher, eine vorhandene Webcam am Notebook oder PC zu nutzen. Hier eine kurze Liste der Arbeitsschritte:

  • Erstellen Sie ein kurzes Skript, was Sie gern mitteilen möchten.
  • Das Video lässt sich mit Tools wie dem kostenlosen VLC oder der Videosuite von Movavi aufnehmen.
  • Kontrollieren Sie das erstellte Video, besonders die Tonqualität.
  • Laden Sie es auf einen Videoserverdienst hoch wie Youtube oder Vimeo, dort lassen sich Videos öffentlich oder auch privat speichern.
  • Kopieren Sie den Video-Link in eine freundliche EMail an Ihre Kunden.

Durch Ihr echtes Interesse am Kunden und Ihre Hilfestellung wird Ihr Kunde sich auch nach der Krise gern an Sie erinnern und hat wahrscheinlich eine noch engere Bindung zu Ihrem Unternehmen aufgebaut als vor der Krise.

Vertrieb

Digital aufgestellte Unternehmen gewinnen neue Kunden auch während der Corona-Krise. Sie haben die unterschiedlichsten Schritte im Vertrieb automatisiert. Welche Prozesse sich hervorragend automatisieren lassen, können Sie in diesem Beitrag lesen: Vertrieb automatisieren

Aber welche Sofortmaßnahmen sind auch für Sie als Einsteiger innerhalb von einem Tag umsetzbar?

Es gibt natürlich inzwischen einen großen Markt an Software für Onlinemeetings und Videokonferenzen. Bei uns hat sich das Videokonferenzsystem von Zoom etabliert. Die Bedienung ist intuitiv leicht erlernbar, das Menü ist übersichtlich. Zoom können Sie sehr gut im Vertrieb einsetzen, da durch den Videodialog Körpersignale und Mimik erkennbar sind. Das sind Elemente für ein gutes Gespräch. Sehr nützlich ist auch die Möglichkeit den eigenen Bildschirminhalt zu zeigen, um eine Präsentation oder ein Video vorzuführen. Also alles was ein guter Vertriebler benötigt, um Interessenten zu überzeugen. Erst bei Konferenzen mit mehreren gleichzeitigen Teilnehmern wird Zoom kostenpflichtig. Die praktikable Nutzung von Zoom wird hier von einer Marketingkollegin sehr schön erklärt:

Immer wiederkehrende Produkterklärungen und -vorführungen lassen sich auch über Webinare(Videos) umsetzen. Dies spart Ihnen Zeit und erlaubt eine Vorführung rund um die Uhr. Damit digitalisieren Sie praktisch Ihren besten Verkäufer. Zusätzlich lassen sich mit Videos auch neue Mitarbeiter einweisen und schulen, also in der Zukunft ein weiterer Zeitgewinn. Hier möchte ich die Softwarelösung Imparare herausstellen, hiermit lassen sich ganz hervorragend automatisierte wiederkehrende Webinare erstellen und verwalten.

Falls die passende Webcam fehlt und durch die Krise schwer zu beschaffen ist, gibt es hier folgenden Trick mit dem Smartphone:

Nutzen Sie im Verkauf bereits ein cloudbasiertes CRM? Spätestens jetzt zeigt sich der Nutzen und die vielen Vorteile einer Software für das Kundenbeziehungsmanagement(CRM). So kann der Vertrieb auch vom Homeoffice weiterarbeiten, denn die relevanten Kundendaten sind von überall verfügbar. Vertriebsmitarbeiter arbeiten dann im Homeoffice genauso gut wie im gemeinschaftlichen Büro. Wenn Sie nun in der Krise solch ein System einführen, wird es Ihnen auch danach gute Dienste leisten. Bereits ab 50 vorhandenen Kunden und besonders wenn neue Kunden gewonnen werden sollen, lohnt sich ein CRM. Dieses System sorgt dafür, dass kein Kunde übersehen wird und jedem Interesse nachgegangen wird. Es gibt hunderte Anbieter aber eines möchte ich für den leichten Einstieg herausstellen: Bitrix24. Die Grundfunktionen sind kostenlos und das System schnell eingerichtet. Es lässt sich einfach als Cloudsystem mieten und benötigt keine Installation. Ich selbst nutze darin auch die Projektverwaltung und Social-Media-Schnittstellen.

Dies sind die ersten Sofortlösungen für Service und Vertrieb. Vielleicht gibt es weitere Fragen wie folgende:

  • Wie können wichtige Dokumente bereitgestellt werden?
  • Wie kann eine Fern-Wartung aussehen?
  • Wie können Projekte digital organisiert werden?
  • Wie teile ich Dateien möglichst effektiv?
  • Wie definiere ich Ziele sinnvoll für Fern-Arbeiter?
  • Welche Störfaktoren gilt es zu eliminieren?
  • Wie steigere ich die Produktivität zu Hause?
  • Kommunikation von von Pausen und Abwesenheit
  • Wie kann man effiziente Meetings abhalten?
  • Wie kann man den Fokus behalten?
  • Wie können Fortschritte transparent kommuniziert werden?
  • Wie kann die Zeiterfassung im Home-Office funktionieren?

Dann haben wir folgenden Tipp für Sie: Vollständige Homeoffice Anleitung

Zum Schluss noch ein paar Tipps, zur Organisation des Homeoffice, schließlich soll niemand zu Hause einen Nervenzusammenbruch erleiden.

Zum Umgang mit Kindern und Homeoffice:

Organisation des Arbeitsplatzes zu Hause:

Fitness im Homeoffice:

Weiterführende Anleitungen zu dem Thema Homeoffice gibt es hier.